Karikaturen und Cartoons

von Roger Schmidt

Karikaturist Roger Schmidt

Online-Durchsuchung

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Heimliche Online-Durchsuchungen von Computern sind vorerst verboten, trotzdem versucht der eine oder andere Politiker das Verbot immer wieder neu zu verbieten. Frei nach dem Motto: „Nur ein spannungsloser Computer ist ein guter Computer!"
Karikatur, Cartoon: Online-Durchsuchung, © Roger Schmidt

Karikatur, Cartoon: Online-Durchsuchung

Dabei kann man mit so einer Online-Durchsuchung so viele schöne Sachen machen… Ja, natürlich dient es nur der Bekämpfung des internationalen Terrorismus und der organisierten Kriminalität. Und dem Rechtsstaat ist genüge getan, wenn der Durchsuchungsbefehl für den Computer im Vorwege per E-Mail zugeschickt wird.

Da moderne Betriebssysteme und Computeranwendungen immer so komplex sind, dass sie kaum frei von Fehlern sein können, müssen diese laufend gepatcht werden. Dumm wenn auch die Software für die Online-Durchsuchung Fehler aufweist. Dann wird der Benutzer aufgefordert werden, seinen PC zur nächsten Behörde zu bringen, um eine neue aktualisierte Version vom zuständigen Beamten installieren zu lassen. Natürlich mit einer via E-Mail erteilten Aufforderung: „Die Onlinedurchsuchung ihres Computers konnte nicht erfolgreich beendet werden. Bitte suchen Sie binnen eines Werktages zur Aktualisierung der Software das Bundeskriminalamt auf.“ Selbstverständlich nur gegen Gebühr… Dafür gibt’s dann aber auch eine schöne neue Plakete: „Inside Bundes-Trojaner“. Das Qualitätssiegel für den Anti-Terror-geprüften Computer. Worauf jeder anständige Bundesbürger Wert legen sollte. Oder haben Sie etwa was zu verbergen??????
Jeder moderne Computer ist mit einer Webcam und einem Mikrofon ausgestattet. Die, die noch ohne eine solche Ausstattung sind, müssen nachgerüstet werden – oder es droht die Formatierung der Festplatte nebst Installation von MS-DOS 3.0. Da sollte es bei solch gut ausgestatteten Computern ein leichtes sein, das eine oder andere Gespräch zu belauschen. Dumm wenn dieser ausgeschaltet ist – aber die nächste Generation von intelligenten Netzteile steht schon bereit. Schaltet sich nicht wirklich ab, sondern lauert nur auf verdächtige Geräuchsmuster, um dann den Computer mit verminderter Taktzahl und reduzierter Lautstärke leise hochzufahren. Wenn man jetzt nur noch den Computertisch bewegen könnte, um ihn besser in Lauschposition zu bringen – aber das ist noch Zukunftsmusik, solange die ohne elektronische Steuerung sind. Denkbar wäre dann ja auch eine intelligente Werkbank, die sich bei Vorhandensein verdächtiger Substanzen (z.B. von Sprengstoffen) automatisch in die Luft jagt und so das Problem an der Wurzel löst.

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