Musik – ein Erklärungsversuch

Hoher Rat verehrte Mitglieder, seit nunmehr 29 Jahren lebe ich auf dem Planeten Erde. Jetzt ist es endlich Zeit für meinen Report zum Thema „Musik im Zeitalter der Polschmelze“:

Musik ist ein Mysterium. Bloß weil da eine Gruppe Menschen auf der Bühne steht und lauthals in ein Mikro schreit, sind die entstehenden Geräusche nicht immer gleich als Musik zu bezeichnen. Oder etwa doch? Musik scheint wohl eine Geschmackssache zu sein. Kein Wunder, dass man über sie ganz vorzüglich streiten und sich ereifern kann. Jeder nach seinem Geschmack. Warum gilt zum Beispiel das Schlagen auf die Oberschenkel mit dazugehörigen jodeln für manche Gesellschaftsgruppen wohl als Musik? Was macht Musik aus? Wo fängt Rhythmus an und wo hört die Schmerzgrenze auf? Musik ist echt eine komische Sache. Jeder hört sie und das schon seit langer Zeit. Wobei so Mancher sich bei der Betrachtung von MTV wünscht, man hätte die Klampfe damals doch noch als Teufelswerkzeug vernichtet sollen. Musik hätte sich nie weiterentwickelt. Doch nichts da, jetzt haben die den Salat. Es gibt unzählige Musikrichtungen: Pop, Country, Techno, Jazz, Soul oder Hip Hop, um nur einige zu nennen. Zu was zählt überhaupt der „Holzmichel“? Jeder empfindet die unterschiedlichen Geräusche anders. Egal was da aus den Boxen schallt, es ist immer mehr als nur ein Lied. Oftmals ist der Musikgeschmack eine Lebenseinstellung. Oder wie bei Stefanie Hertel einfach eine Lebenslüge.

Musik

Musik – 2013 © Roger Schmidt

 

Die Menschen identifizieren sich mit ihrer Musik. Das schlägt bis zur Kleider- und Haarordnung durch. Die ältere Generation steht lieber auf seichte Kost. Nur nicht zu Hart und bitte immer schön zweideutig. Die mittlere Generation bleibt einfach in dem Jahrzehnt hängen, in dem sie das erste mal einen Zungenkuss bekommen hat. Aber auch hier gibt es Unterschiede. Es kommt darauf an, wo man den Kuss bekommen hat. Wer vor einem Atomkraftwerk den ersten Hautkontakt hatte, hört nicht selten heute noch Nicole „ein bisschen Frieden“. Wer aber mit seiner Flamme im Autokino saß, der fühlt sich, auch Jahrzehnte später, immer noch zu den Rolling Stones hingezogen. Und die Jugend? Die folgt in Gruppen einfach jeden Trend. Hauptsache es ist gegen das Establishment. Dabei ist es egal, ob der Texthimmel voller Geschlechtsteile hängt oder der Beat die 200 Schläge pro Minuten durchbricht. Hauptsache laut, Hauptsache provokant. Außer natürlich, man ist verliebt. Da geht auch mal UB40 oder Elton John. Musik ist eine komische Erfindung. Aber im Grunde ist es auch egal was man sich durch die Gehörgänge jagt, die Hauptsache ist, es gefällt einen selbst, kann mit ihr der Welt für einem Moment entrinnen und, dass ist das Wichtiges, stört nicht den Nachbarn in der S-Bahn. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Ich empfehle mich.

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