Die Wirtschaft ist Grundlage unseres täglichen Handelns. Sie dient der menschlichen Bedürfnisbefriedung und das seit Ur-Zeiten. Mit der Zunahme der menschlichen Fähigkeiten sind auch die wirtschaftlichen Aktivitäten gestiegen. Die Wirtschaft ist komplexer geworden, doch hat sich grundlegend etwas verändert?

Bereits die Neandertaler mussten ihre Bedürfnisse mit knappen Ressourcen decken. Es ist davon auszugehen, dass unter den einzelnen Sippen ein erster reger Tauschhandel stattfand. Felle wurden gegen Werkzeuge eingetauscht. Dem Tausch wurde gegebenenfalls mit einem Keulenhieb nachgeholfen. Der Tauschhandel diente dem Überleben der Sippe, das ohne Rücksicht auf die anderen zu sichern war. Diese Wirtschaftstätigkeit war regional begrenzt und in Abhängigkeit der Fähigkeiten der Neandertaler geringfügig.

Wirtschaft & Finanzen – 2013 © Roger Schmidt

Im Laufe der Menschheitgeschichte wandelte sich das Wirtschaften von der reinen Gütererstellung zum Überle-ben hin zum Gewinn erzielen und Vermögen aufbauen. Insbesondere die Antike mit ihrer Hochkultur vereinte Wirtschaft und Staat. Mit dem Ansammeln von Vermögen ging der Aufbau von normativen Ordnungen zur Verteilung von Gütern und Dienstleistungen ein her. Die Verteilung der Güter löste ein logistisches Problem aus. Dies wurde durch Verkehrswege zu Wasser und Land insbesondere im römischen Reich gelöst. Wirtschaftssysteme entstanden, die wiederum den Menschen neue Möglichkeiten der wirtschaftlichen Tätigkeit ermöglichten. Wirtschaftssysteme dienten aber auch zum Machtaufbau des Staates und von Einzelpersonen.

Das Mittelalter war stark geprägt vom Wirtschaftssystem rund um den Lehnsherr. Die Zünfte ermöglichten vereinzelten Berufsbildern eine Gegenmacht aufzubauen. Die Bedürfnisse der Menschen waren grenzenlos. Die Klassengesellschaft in reich und arm war stark ausgeprägt. Die Bedeutung des Wirtschaftens zum Erzielen eines Arbeitsentgeltes nahm zu.
Als im 18. Jahrhundert das Papiergeld erfunden wurde, war Wirtschaften nicht nur leichter, sondern auch lukrativer. Der Erfinder des Papiergeldes tilgte erstmal seine Spielschulden. Die Wirtschaft war weiterhin vorindustriell geprägt, das heißt vor allem die Landwirtschaft mit den entsprechenden Rohstoffen war die Hauptbranche.

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wandelte sich auch das Wirtschaftsbild. Die Energiegewinnung für die Güterproduktion rückte in den Vordergrund. Neue Arbeitsformen lösten die Gründung von Gewerkschaften aus. Arbeitnehmer wollten nicht länger wie Leibeigene behandelt werden, sondern forderten Rechte ein. Keynes, Marx und Engels und andere versuchten mit ihren grundlegenden Theorien die Entwicklungen und die damit einhergehenden Prozesse zu beschreiben. Die Wirtschaft ermöglichte erstmals ein angemessenes Ar-beitsentgelt für eine Arbeit zu erhalten. Der technische Fortschritt brachte neben den Verbesserungen der Arbeitsbedingungen auch neue Berufe und neue Bedürfnisse. Dem menschlichen Erfindungsgeist waren und sind keine Grenzen gesetzt. Die Industriegesellschaft wandelt sich auch durch die Zerstörung der Umwelt zur Dienstleistungsgesellschaft.

Die postindustrielle Wirtschaft ist von Technologie und Information geprägt. Unternehmen verschmelzen zu großen Konzernen und der Shareholder Value ist der Antrieb der wirtschaftlichen Tätigkeit. Das wirtschaftliche Handeln ist komplexer geworden und jeder, der nicht mitspielt bekommt auch heute noch die sprichwörtliche Keule zu spüren. Beispiele wie der Stellenabbau bei Siemens, die Betriebsverlagerung von Nokia oder die neuen Steuerhinterziehungsskandale zeigen, dass die heutigen Akteure in der Wirtschaft mit der gleichen Motivation agieren wie unsere Vorfahren.

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