Arbeit strengt an, kostet Zeit und macht nur bedingt Spaß. Was Wunder, dass man oft mehrfach täglich die Tage zählt, bis der nächste Urlaub und damit die Freizeit beginnt. Denn im Urlaub entspannt man, hat Zeit und jede Menge Spaß. Sollte man meinen.

Urlaub & Freizeit

Urlaub & Freizeit – 2013 © Roger Schmidt

 

Und warum ausgerechnet Hasenzeit? Vielleicht weil die im Frühjahr aus ihren Löchern kommen und nur noch an das „Eine“ denken. Wir umschreiben das dann kultiviert als Frühlingsgefühle.

Die erste Überschneidung zwischen Urlaub und Arbeit tritt oft schon auf, wenn man sich auf den Weg zum Flughafen macht. Natürlich will man sein Auto nicht für teures Geld zwei Wochen lang auf dem Flughafenparkplatz stehen lassen und natürlich ist man auch zu geizig für ein Taxi. Man will im Urlaub schon genug Geld verkloppen. Also schleppt man seinen Koffer, der knapp jenseits der von der Fluggesellschaft vorgeschriebenen Gewichtshöchstgrenze bepackt ist, die vier Stockwerke seines Altbaus hinunter und quält sich in die öffentlichen Verkehrsmittel. Dort ist natürlich alles voll mit Menschen, die einen Sitzplatzanspruch haben. Alte Omas und Opas, Frauen mit Kinderwagen, Schwangere, ein Mann mit Krücken…

Warum die alle in Richtung Flughafen fahren, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Man ist also gezwungen, sich die ganze Fahrt über die Beine in den Bauch zu stehen und mit allen Kräften zu verhindern, dass der zweijährige Junge, der partout nicht mehr im Kinderwagen sitzen wollte, nicht von einem leicht überpackten Koffer erschlagen wird.
Auf dem Flughafen geht die Steherei dann weiter. Da hat man sich schon nicht die Hauptsaison ausgesucht und muss trotzdem warten. Am Schalter erwartet einen eine überarbeitete, schlecht gelaunte Blondine älteren Jahrgangs, die sich lauthals über das Gewicht des Koffers mokiert. Hat man diese Hürde überstanden, erwarten einen der stets zum Piepen aufgelegte Metalldetektor und ein mit ziemlicher Sicherheit homosexueller Flughafenbeamter, der einen abtasten darf. Die Passkontrolle ist in diesen Tagen besonders arbeitsam und muss auch absolut sicherstellen, dass man nicht der in Amerika gesuchte Terrorist mit dem unaussprechbaren Namen ist. Im Flugzeug kommen dann übernächtigte Stewardessen zu einem, die unbedingt ihren Duty-free Müll loswerden wollen und machen einem Mut mit ihren Rettungswesten. Und ist man am Urlaubsort angekommen geht der Stress erst richtig los.

Rund zwei Wochen später sitzt man wieder im Büro. Das Wetter ist tausendmal besser, als den ganzen Urlaub über. Man erledigt langweilige, anstrengende Arbeiten und aus irgendeinem unerfindlichen Grund, beginnt man die Tage bis zum nächsten Urlaub zu zählen.

Übersicht Cartoons:

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