Ein Hochfest der christlichen Kirche, dessen Sinn und Bedeutung verloren zu gehen droht. Nur noch eine Minderheit der Bevölkerung ist hierüber informiert. Das Wort Pfingsten ist auf das griechische „Pentekoste“ zurückzuführen. Es bedeutet der fünfzigste Tag. Gemeint ist der 50. Tag nach Ostern. Da der Ostertag mitgezählt wird, ist diese Terminierung von alters her gültig.
Die Kirche feiert an diesen Tagen die Erleuchtung der Apostel durch den heiligen Geist und damit das ursprüngliche Geburtsfest der Kirche.

Pfingsten

Pfingsten – 2013 © Roger Schmidt

 

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In den letzten Jahrzehnten ist die Diskrepanz zwischen der Kenntnis über dieses Fest und den merkantilen Begehrlichkeiten der Wirtschaft Ursache von Auseinandersetzungen. Neben Weihnachten und Ostern ist das Pfingstfest der einzige Anlass im Kirchenjahr, der an 2 Tagen gefeiert wird.
Grund ist der Pfingstmontag, der als gesetzlicher Feiertag in Deutschland geschützt ist. Wirtschaftlichkeitsinteressen sähen diesen gesetzlichen Feiertag sehr gerne abgeschafft und in einen Arbeitstag verwandelt. Noch vor wenigen Jahrzehnten war das Pfingstfest in Schulferien eingebettet. Das verlängerte Wochenende wird vom überwiegenden Teil der Bevölkerung für Kurzferien und Ausflüge genutzt.
Kirchen- und Gottesdienstbesuche finden nur noch durch Christen statt, die in Gemeinden aktiv sind.
Bedauerlich ist aber vor allem, dass Ursprung, Sinn und Bedeutung dieses Festes nicht nur immer mehr verloren geht, sondern auch in vielfältiger Weise falsch verstanden wird. Die traditionelle, naive Wundergläubigkeit, die über Jahrhunderte vor allem die Katholische Kirche dominierte, verstellt nur zu oft den Blick und Zugang zu den eigentlichen Inhalten. Die Evangelien berichten in einer sehr dramatisierenden und blumigen Sprache von der Erleuchtung der Apostel. In unserer Zeit muten diese Beschreibungen in ihrem wort-wörtlichen Sinn märchenhaft an. Eigentlich ist es nicht wichtig, ob die Apostel tatsächlich Feuerzungen sahen, die sich auf jeden von Ihnen heransenkten. Wesentlich ist, dass sie vom heiligen Geist erfüllt waren und „in ihren Sprachen“ redeten. Der ihnen von nun an inne wohnende missionarische Eifer und das Verständnis des Heilsgeschehens, dessen Zeuge sie waren, veränderte nicht nur sie selbst, sondern dank ihrer „Missionsreisen“ die Welt.