Karikaturen und Cartoons

von Roger Schmidt

Karikaturist Roger Schmidt

Schiffsfonds vergleichen

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Aktien und Anleihen sind im Augenblick nicht der große Renner. Insofern sind auch alle Fonds, die in diese Werte investieren, keine besonderen Renditebringer. Da drängen sich Schiffsfonds nahezu auf. Aber ganz ohne Schiffsfonds zu vergleichen und zu hinterfragen, sollte keiner sein Geld anlegen...
Karikatur, Cartoon: Schiffsfonds vergleichen, © Roger Schmidt

Karikatur, Cartoon: Schiffsfonds vergleichen

… warum? Ein Schiffsfonds investiert intensiv in die
Containerschifffahrt. Die soll ja ein Wachstumsmarkt sein, und ein Schiff wird
daher stetig steigende Erträge abwerfen – vermutlich über Bord… Weiterhin
sichern langfristige Charterverträge Ertragseinbrüche in Krisenzeiten ab. Zum
Beipiel kann man Charterverträge mit Entwicklungsländern abschliessen: Transport von einreisewilligen Wirtschaftsflüchtlingen – das verspricht gute Gewinne… Die Erträge der Containerschiffe und anderer Frachtraten können sehr stark
schwanken. Ist halt ein wässriger Untergrund auf dem sich die Schiffe bewegen und
da geht’s je nach Wellengang und Sturm auf und ab. Die letzten Jahre ging es zwar immer schön nach oben, dafür aber noch schneller bergab… Und die Charterverträge werden, gerade in Krisenzeiten, häufig neu verhandelt. Man sollte daher nicht vergessen, wer an einem Schiffsfonds am besten verdient, wenn er einem angepriesen wird: das ist nunmal in erster Linie der Anbieter des Schiffsfonds…

Und jetzt ist mal wieder so eine Krisenzeit. Die weltweiten Frachtraten sind in
den letzten Monaten um mehr als 90 Prozent gefallen. Man schaue sich nur einmal
den „Baltic Dry Index“, kurz BDI, an. Dieser Index hält die Frachtraten der
wichtigsten Schifffahrtsrouten fest. 90 Prozent des Welthandels laufen über
diese Routen. Ca. 70 Prozent des Import und Export von Deutschland werden über
dem Seewege ausgeführt. Man kann daher sagen, je mehr Güter über Wasser
transportiert werden, desto höher ist der Wert des „Baltic Dry Index“, und
natürlich umgekehrt. Und der in kürzester Zeit extrem gefallene Wert deutet auf
eine massive Schifflage der Konjunktur hin. Dass kaum noch Rohstoffe
transportiert werden, liegt daran, dass die nachgeordneten Produktionsstätten,
die verarbeitetende Industrie, eben keine braucht. Weil die ihre eigenen
Produkte nicht mehr verkaufen können. Wie die Automobilzulieferer. Daimler,
Opel,.. Die Fabriken schliessen ihre Tore und werden bald entlassen, auch wenn
diesen Oktober die Arbeitslosenzahlen nochmal gesunken sind. Dass das so bleibt,
glaubt sowieso keiner. Der Rohstoffmarkt wird infolge der geringen Nachfrage
vermutlich zusammenbrechen: man schaue einfach auf China, Indien, Russland, und, und, und…
Und dann sind da natürlich auch wieder die Banken. Wer Fracht mit Schiffen
transportieren will, braucht Geld – einen Kredit, damit die Bezahlung des
Transportes sichergestellt ist. Ohne dem läuft heutzutage kein Schiff aus dem Hafen aus…

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