Die Kindergrippe

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Kindergrippe, Verbot und politisches Vorbild - keine Chance für Jugendliche?
Karikatur, Cartoon: Die Kindergrippe, © Roger Schmidt

Karikatur, Cartoon: Die Kindergrippe

Die siebenfache Mutter Ursula von der Leyen möchte gerne die Mutter aller deutscher Kleinkinder sein: Der Ausbau von Kinderkrippen ist beschlossene Sache – „und das ist auch gut so“! Nur die „guten“ katholischen Amtsinhaber mit ihrer großen Familienkompetenz sind dagegen. Eine Frau muss ihre drei „K“ erfüllen: Kinder, Küche Keller. Deshalb hat sie der liebe Gott erschaffen. Aber auch Kinderkrippe fängt mit einem „K“ an – gell, Herr Pfarrer!

Hierüber wird heftigst diskutiert, die Familienpolitik auf Kinderkrippen reduziert. Und unsere Jugend, die unsere nähere Zukunft gestalten muss? Es ist familienpolitisch, aber auch sozialpolitisch eine vergessene Generation. Ganztagesschulen – die Krippenplätze für Jugendliche – werden ebenfalls ideologisiert, aber von den Politikern. Die katholischen Bischöfe aber schweigen, die Mutter hat ausgedient.

Wie reagiert man aber auf die Perspektivlosigkeit und Zukunftsangst von Jugendlichen: Man stellt sie in eine Reihe mit Alkoholikern und reagiert mit Verboten, neuen Reglementierungen und droht mit weiteren Verschärfungen der Gesetze, dabei wäre mehr Forschung über Konsumbeginn und Konsummuster von Jugendlichen dringend notwendig.

Gesetze sind eine so genannte kostenneutrale Lösung, Prävention und Vorbeugung kosten Geld und werden schon deshalb nicht zu einem Thema gemacht. Dass dies ein nahezu historischer Fehler ist, wissen die Politiker auch, aber damit sind anscheinend keine großen Lorbeeren zu ernten.

Verbote sind Ergebnisse von „Nebenkriegsschauplätzen“. Wie gut kann man damit von den eigentlichen Problemen ablenken. Auch mit den umstrittenen Gewaltspielen am Computer. Da schreit man nach Verboten und Sanktionen – natürlich nicht immer unbegründet -, aber gegen die Gewalt als Ergebnis von Arbeitslosigkeit und die bereits erwähnte Perspektivlosigkeit hat man keine Lösungen – nicht einmal schlechte.

Die Politik hat nicht nur jugendpolitisch auf allen Ebenen versagt, auch in ihrer Vorbildfunktion. So wurde praktisch das Rauchen in öffentlichen Räumen verboten, aber die Raucherecken im Bundestag bleiben. Da fordert man strengere Gesetze für Drogenkonsumenten und gleichzeitig werden im Bundestag Spuren von Kokain gefunden. Am 23. März 2007 berichtete „welt-online“: „CSU-Abgeordneter Philipp Graf von und zu Lerchenfeld fährt mit 1,2 Promille gegen Zaun. Nach dem Unfall türmte er auch noch.“ Von wegen Vorbild – auch er setzte sich vehement für ein striktes Alkoholverbot für Jugendliche ein. Aber er ist gegen Kinderkrippen.

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