Karikaturen und Cartoons

von Roger Schmidt

Karikaturist Roger Schmidt

Gleichbehandlung verhindert Neid

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Ihr Kollege verdient mehr als Sie? Und Ihr Nachbar hat schon wieder ein neues Auto? Wenn Sie das nicht mehr aushalten können, helfen vielleicht die folgenden Überlegungen. Wie heißt es doch so schön: Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen (oder erben...). Arthur Schopenhauer sagte einmal, in Deutschland ist die höchste Form der Anerkennung der Neid. Eins der vielleicht ältesten Neid-Zitate ist wohl der Spruch „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?" - „Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr." So die böse Königsmutter, die ihrer Stieftochter nicht die Karriere als zukünftige Königin gönnte. Aber das ist noch nicht alles: mindestens einen Toten gab's bei diesem Vorfall und der Landwirtschaftsbranche wurde eins seiner besten Produkte schlecht gemacht. Oder Kain und Abel. Gott bevorzugt Abel und Kain bringt daraufhin Abel um. Hat Gott noch nie was von Gleichbehandlung gehört? Wenn schon, dann hätte er beide erledigen sollen. Lebensmittel als Opfergabe gehören in die Mägen der Hungernden aber nicht zum Verkohlen auf die Müllverbrennungsstelle. Abgesehen davon hat Gott die Menschen erschaffen. Könnte Gott im Menschen ein Programmierfehler projektiert haben, für den seit tausenden von Jahren noch kein neues Software-Release programmiert wurde? Was sagen uns die oben genannten Beispiele über den Neid? Handelt es sich dabei um die Trainerin der deutschen Nationalmannschaft, wie uns die Googlesuche weismachen will? Nein, richtig ist, dass Neid nichts anderes als eine emotionale Reaktion auf einen sozialen Vergleich ist. Da hat jemand mehr als ich. Betonung auf „mehr". Mit „weniger" funktioniert Neid nicht. Damit wird automatisch der Neider und der Beneidete festgelegt. Und das schon von Kindesbeinen an.
Karikatur, Cartoon: Gleichbehandlung verhindert Neid, © Roger Schmidt

Karikatur, Cartoon: Gleichbehandlung verhindert Neid

Neid ist aber auch ein Antriebsmotor. Wer kann schon beziffern, wie viel von unserem Bruttosozialprodukt im Neid begründet ist? Menschen kommen durch den Neid in eine Konkurrenzsituation und damit auf Ideen, die sie ohne Neid nie hätten.
Wenn alle Dinge, auf die man neidisch sein könnte, eine Gleichbehandlung erfahren würden, dürfte es keinen Neid mehr geben. Neider und Beneideter gehen ineinander über. Jeder hat gleich viel Geld, das gleiche Auto, das gleiche Haus, die gleiche Frau, die gleichen Kinder…

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Karikatur, Cartoon: Newsletter gegen Zensur © Roger Schmidt