Karikaturen und Cartoons

von Roger Schmidt

Karikaturist Roger Schmidt

Bademeister in Ausbildung

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Der gewöhnliche Bademeister an sich wird an wässrigen Stellen gefunden: Freibäder, Hallenbäder, Seebäder, Strandbäder, Kurbäder, medizinische Badeeinrichtungen und ähnliche Wassertümpel. Häufig ist er im ufernahen Bereich anzutreffen, in dem er auf seine Opfer, sprich Daseinberechtigung, lauert. Dieses Auflauern nennt der Badmeister Aufsicht und meint damit seine zwanghafte Neigung, die Badegäste am Bepinkeln des Wasserbeckens zu behindern. Kleinkindern bringt er auch gerne mal das Schwimmen im Warmwasserbecken, gemeint ist hier das überdimensionale Urinal mit 36 Grad Körpertemperatur, bei. Was macht den Bademeister zum Bademeister? Auf alle Fälle handelt es sich nicht um eine mittelalterliche Handwerks-Zunft, denn was immer der Bademeister von seinem eigentlichen Berufselement anfasst, zerrinnt zwischen den Fingern, hat keine Beständigkeit. Natürlich soll ein Bademeister handwerkliche Qualitäten mitbringen. Das Flicken eines defekten Sprungbrettes verlangt immerhin den großflächigen Umgang mit Gaffa-Tape. Bei knappen kommunalen Kassen muss das Brett entsprechend seines Defektes bzw. Risses auch schon mal auf die Hälfte eingekürzt werden können. Hierarchisch gesehen hat der Bademeister wenig zu bieten. So fehlen die klassischen Karriere-Ebenen des Badegesellen oder des Bade-Azubis, der als Auszubildender das Becken unter Wasser auskehrt. Damit kommen wir auch zu einem wichtigen Punkt: die Besoldung nach dem BAT. BAT steht hier für Bademeister-Angestellen-Tarif. Gelegentlich soll die Bezahlung auch schon mal stattgefunden haben. Notwendig ist diese kommunale Verschwendung aber nicht, da dem Bademeister an sich genügend Wasser zum Trinken bereitgestellt wird und in diesem auch genügend Nahrungsmittel wie Pommes Frites, Mayonnaise und Bratwürstchen herumschwimmen.
Karikatur, Cartoon: Bademeister in Ausbildung, © Roger Schmidt

Karikatur, Cartoon: Bademeister in Ausbildung

Manche Berufsberater sagen dem angehenden Bademeister, der mit der Ausbildung beginnen will, dass eine kommunikative Verhaltensweise wichtig für diesen Beruf ist. Dies beschränkt sich, so sagen es Insider, aber einzig auf die Gestik. Unter und im Wasser wird eher selten gesprochen, am Ufer benutzt der Bademeister nur seine Trillerpfeife und beim Retten führt er standarisierte Bewegungen nach DIN EN 69 und ISO 9000 durch. Allerdings sollten seine kommunikativen Fähigkeiten soweit ausgebildet sein, dass ihm der Umgang mit unterschiedlichen Altersgruppen möglich ist. So gilt es, das kleine ahah von Kleinkindern abzufischen und das große AHAH von Rentnern mit schwachen Schließmuskeln mit dem Schaufelbagger abzuschöpfen. Schließlich ist die Tätigkeit des Bademeisters eine Dienstleistung am Kunden. Seine Kenntnisse über die Badehygiene ermöglichen es ihm, auch ernste Bedrohungen des Badewassers von den Augen seiner Gäste fernzuhalten. Ein Blick in die Filteranlagen des Schwimmbades ist kommunales Gemeindegeheimnis und ein Ausplaudern unerwünschter Bakterien wird Runterwürgen von mindestens fünf Litern Badewasser bestraft!

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